Motor SWAP: W202 C43 AMG auf C55 AMG + Überholung des M113.987. 5,5 AMG

  • jensl76

    Zitat : "Danke für den Tipp....aber wie "Spätbremser" unten bereits geschrieben hat, sind die Ventile ausreichend für meinen Evo Motor......mehr wie 400 Ps sind da nicht drin und auch nicht von mir angestrebt."


    Ich hab auch den EVO ohne ML, meine Ventile zeigten Risse (verbrannt oder kurz davor). Ob ich dann die normalen oder die 155er nehme ist preislich wurscht. Machst du deine Köpfe auch ?


    Ich strebe 435PS an, wenns dann 420 werden ist auch gut. Kopfbearbeitung mache ich auch.


    LG Eckart

  • 435PS beim 55er Sauger halte ich für unmöglich.


    Selbst Brabus hat beim s.g. "Hubraummotor" mit 6.1L "nur" 425PS rausgekizelt. Mit bearbeiteten Köpfen, Ventilen, Kolben, Pleul etc. waren es dann beim 6.1S Motor 445PS. Die hatte er allerdings nicht nur am Stammtisch sondern auch auf dem Papier. Dazu gehören aber auch z.b. spezielle Nockenwellen die wahnsinnige 8mm Hub haben.


    Nur mit bearbeitung der Köpfe ... was soll da überhaupt bearbeitet werden? Größere Ventile? Viel Fleisch zum Kanalaufweiten hast da nämlich nicht ... wirst da die 4 vorne nicht sehen, da bin ich mir ziemlich sicher. Bin echt gespannt was bei rum kommt.


    Fabian ... der noch 6.1er Nocken im Regal hat ;-)

  • Klar...wenn Du sowieso neue Ventile benötigst, kannst ruhig gleich auf die 155er gehen!

    Meine Köpfe werden nur etwas geportet, mehr mach ich daran nicht.


    435 Ps ist ne Ansage! Da drücke ich dir wirklich die Daumen dass Du es erreichst.

    Was möchtest Du an den Köpfen alles machen lassen?


    Ich weis von einem Bekannten der in seinen W202 auch einen 5,5 Liter Evo Motor verbaut hat.

    Der erreichte mit Originalkrümmer und 200 Zeller Metallkats + Softwareabstimmung 396 Ps auf dem Prüfstand!

    Sollte man jetzt z.B. noch Fächerkrümmer bekommen, werden die auch noch das ein oder andere PS bringen.


    Und gute Krümmer sollte es noch für deinen W203 geben.......für meinen W202 leider nicht.


    Grüße

    Jens

  • Ich finde es wunderbar, dass du uns alles so ausführlich dkommentierst. Hut ab vor deinem Können......


    Bitte greif nochmal das Ölpumpenthema auf, wenn du alles da hast....... Willst du in die Wanne nicht noch ein Schwabbelblech reinbraten? Das finde ich wird immer sehr unterschätzt. Ich hab auf meiner Lieblingsstrecke immer eine schnelle Kompression und dann leuchtet kurz die Ölstandleuchte. :polizei:


    Hat jemand zu dem 6.1 Motor Technische Daten? Mich würde Interessieren ob die an die Verdichtung gegangen sind.


    Fast 400 PS sind doch in Ordnung wobei Prüfstande mehr lügen wie jede Frau nach dem Einkauf.....


    Ich bin der Meinung, dass da wirklich noch mehr geht, wenn man den an die Verdichtung geht. Wobei da brauchst du schon einen richtigen Motorbauer mit viel Erfahrungen....

  • Du meinst Schwallbleche?

    Das ist wirklich eher was für Leute, die ihr Auto regelmäßig auf der Rennstrecke bewegen...und da auch fahren können. Das dürften an Homöopathie erinnern, wenn man die Fahrzeuge hier als Basis nimmt. Ich fahre einen M52B28 vorTU Motor (328i E36 quasi) im Z3 Coupé mit M50-Ansaugbrücke, Fächerkrümmer und ohne Kat etc. dann und wann tatsächlich artgerecht auf der Rennstrecke. Auto ist leer, zwei Rennschalen drin, Cockpitoberteil...vielleicht 1.200 kg Auto mit Teflonbuchsen statt Gummilagern und so um die 225 bis 230 PS. Der geht schon ganz gut um's Eck. Bei dem Motor schaffe ich es mit guten Semislicks nicht die Öldruckanzeige auszulösen. Ich plage mich dafür eher herum, dass bei langsam sinkendem Benzinpegel im Tank irgendwann nach langgezogenen Kurven kein Saft mehr ankommt, da alles aus dem Pumpensumpf an die Wand gespült wurde. Also sieht man immer zu, dass die Kiste über 1/3 Befüllung liegt. Das nervt etwas.


    Nur mal so in den Raum geworfen: Alpina hatte zur gleichen Zeit einen 520 Nm starken 4,8 Liter mit 381 PS und einer 10,5:1 Verdichtung verkauft. Ich finde die Leistung des Mofa-Kolben-V8 von BMW mit lediglich 98 mm Zylinderabstand schon ganz beachtlich. Schaut man jedoch auf die Konstruktion des M113, dann kann ich die These von Fabian mit "435 PS halte ich für utopisch" unterstützen. Ich nenne den M113 immer liebevoll den Bauernmotor. Unkaputtbar, simpel, wartungsarm. Aber eben auch keine Konstruktion, die ohne Ladedruck zu wirklich Leistung gebracht werden kann...trotz des großen Hubvolumens.



    Soweit mir bekannt, hatte Brabus seine eigenen closed deck Motorenblöcke gießen lassen, damit die Zylinderbohrungen überhaupt derart groß ausgeführt werden können, um auf über 6 Liter Hubraum zu kommen und trotzdem genügend Stabilität der Zylinderwände zu besitzen. Wo die Blöcke gegossen wurden kann ich nicht sagen. Bearbeitet wurden sie aber offenbar größtenteils in Dortmund bei Pieper Motorenbau. Den Laden gibt es heute so nicht mehr. Das ist jetzt BP-Motorentechnik. Bekannt aus YouTube, würde ich mal behaupten. Wo auch der Kommentar dazu gefallen ist, dass dort die Motoren von Bodo Ballermann gebaut wurden.


  • Erst mal vielen Dank an alle die hier mitlesen und mitschreiben, freut mich sehr wenn das Interesse hier so groß ist!:top:

    Da macht es natürlich noch mehr Spaß auch alles zu dokumentieren! ;)


    Thema Ölpumpe werde ich noch ausführlicher mit Bilder beschreiben:thumbup:

    Pumpen sind beide da und werden am Wochenende zerlegt und gereinigt.

    Ein Schwallblech in der Ölwanne benötige ich für meinen Fahrstil nicht, mein W202er wird nicht auf der Rennstrecke bewegt und ich hatte mit meinem C43 noch nie Probleme mit der Ölversorgung.


    Grüße

    Jens

  • Hallo zusammen,


    ok es war Wochenende und es ging wieder etwas voran....;)


    Beginnen möchte ich mit dem Thema Ölpumpe!


    Im Bild links = Original Ölpumpe meines M113.987. aus einem CLK55 AMG W209.

    Im Bild Mitte = Ölpumpe aus einem CLK430 W208.

    Im Bild rechts= Ölpumpe aus einem S55


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    Hier nochmal meine beiden Ölpumpen, daraus mache ich nun eine für meinen Motor.

    Links= Ölpumpe aus einem CLK430 W208--> mit schrägem Ansaugschnorchel (nur diesen Ansaugschnorchel benötige ich)

    Rechts= Ölpumpe aus einem S55-->Die Pumpe benötige ich, da nur diese auf meinen Block passt, der Ansaugschnorchel der hier gerade verläuft wird abgeschraubt und mit dem Ansaugschnorchel der 430er Pumpe getauscht.

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    Also erst mal beide Pumpen zerlegt um die beiden Teile die ich benötige (Pumpe S55 und Ansaugschnorchel CLK430), gründlich reinigen zu können!

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    Bevor die Pumpe aber zu ihrer ersten Anprobe montiert wird, wird zuerst wieder ein neues Überdruckventil montiert.

    Das sitzt zwischen Motorblock und Ölpumpe.

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    Also Pumpe montiert und siehe da, es passt perfekt!!!

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    Nun konnte ich es nicht erwarten mal die Obere Ölwanne zu montieren......und siehe da, es passt zwar gut aber noch nicht 100%. Eine kleine Stelle gab es doch, wo die Ölwanne mit der Ölpumpe kontakt hatte und somit nicht richtig angesetzt werden konnte.


    Hier könnt Ihr es sehen...Die Ölwanne lies sich so aber nicht an allen Schraubpunkten verschrauben.

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    Also die Stelle anzeichnen, Dremel raus und nacharbeiten....

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    Es mussten nur 2-3 mm weggenommen werden...

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    Gleich nochmal draufgesetzt und jetzt passt alles so wie es sein soll!

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    So mal mit der Oberen Ölwanne...

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    Um einfach sicher zu gehen, wollte ich noch den Abstand zwischen unterer Ölwanne und meinem Ansaugschnorchel ermitteln. Dazu nehme ich immer wieder gerne meine Knete zur Hand.

    (Noch was nebenbei....Bitte nicht von den schmutzigen Teilen verwirren lassen...Ölpumpe + Ölwanne werden erst noch 100% gereinigt, bin da nicht fertig, dient nur zur Anprobe)!!!

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    So nach einigem hin und her messen, habe ich mal mein ca. Maß ermittelt


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    Dann die untere Ölwanne montiert bis sie sauber aufliegt und gleich wieder abgenommen....

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    ........geht unten weiter.......zu viele Bilder...:pfeif:

  • .....

    Sieht dann so aus..

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    Jetzt die Knetmasse ab und mal nachgemessen.

    Somit habe ich ca. 7 - 8 mm Abstand zwischen Ansaugschnorchel und meiner Ölwanne!

    Somit alles TOP und das Thema Ölpumpe ist damit sehr elegant gelöst.....Danke nochmal Männer!:thumbup::)

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    Bevor ich mit dem hinteren Stirndeckel weitermache, noch kurz ein Paar Bilder die dem einen oder anderen vielleicht besser zeigen, wo das Problem mit den Ölwannen und Ölpumpen liegt.

    Hier mal im Vergleich..


    Hier die Ölwanne des CLK W209. Man sieht vorne nur eine kleine sehr flache Ölwanne und hinten dann die tiefere Stelle der Ölwanne.

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    Hier die W202 Konstruktion.

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    So seht es drunter aus beim W209.

    Vorne die Ölpumpe mit dem Ansaugschnorchel die aus der flachen Ölwanne saugt!

    Hinten die 2. Ansaugung die von der tieferen Ölwanne hinten das Öl durch den Anschluss an der Ölpumpe hinten saugt.

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    Dieses Rohr (mit dem gelben Strich) in der Pumpe, befördert das überschüssige Öl wieder nach hinten zur Ölwanne.

    Nun zu meinem W202 und zu meiner Ölwanne. Hier kann man gut erkennen wie sich die Ölwanne nach hinten hin abflacht.

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    ..und so beim W202 drunter....Hier wird nur aus der vorderen Hälfte angesaugt.

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    Ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen, hab zum Teil jetzt leider nicht die besten Bilder gemacht:pfeif: ....


    So, weiter ging es dann noch mit dem hintern Stirndeckel.

    Erst mal den neuen Dichtring montiert.

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    Das ist eine Montage Hilfe, damit rutscht der Dichtring sauber auf die Kurbelwelle, wird einfach vor dem Einbau draufgesteckt.

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    Dann wieder alles mit Dichtmasse versehen

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    ...und rein damit.

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    Dann alle Schrauben ansetzen und bei meinem Motor mit 8Nm anziehen.

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    So, das war es dann erst mal.


    Ich muss mich jetzt an meine Zylinderköpfe machen, sonst kann ich nicht weitermachen.....

    Habe mit dem Porten der Einlässe schon angefangen, dazu beim nächsten mal mehr....


    Grüße

    Jens

  • Bitte nicht auf die Idee kommen die Kanäle zu polieren!

    Als alter Strömungsmechaniker gruselt es mich immer, wenn alles glatt poliert wird. Um die laminare Grenzschicht so gering wie möglich zu halten, muss die Oberfläche am besten aussehen wie ein Golfball. Oder eben eine rauhe Gussoberfläche.

  • Polieren geht mir jetzt zu weit, das werde ich nicht machen.


    Was Du mit der Golfball Oberfläche meinst weiß ich, habe mir bereits genug Material angeschaut und gelesen zu dem Thema. Ich bin kein Strömungsmechaniker aber ich weiß dass die Unterschiede so gering sind, das man es eigentlich in meinem Fall lassen könnte;)


    Mir geht es bei meiner Bearbeitung der Ansaug und Auslasskanäle um die kleineren Gusslunker die hier und da zu sehen und spüren sind. Die werde ich entfernen und somit gleich die Oberfläche glätten.


    Ich danke dir für deinen Tipp:thumbup:

    Ich bin mir sicher das man in diese Materie noch viel viel tiefer einsteigen könnte, jedoch baue ich mir hier keinen Hochleistungsmotor auf, sondern mach aus alt wieder neu mit der einen oder anderen Spielerei.....mehr nicht;)


    Auch wenn Du mich jetzt steinigen wirst......leider schon zu spät, da ich bereits mit der Bearbeitung angefangen habe...:pfeif:


    Wenn man dieses Thema zu 100% ernst nehmen möchte, würde man an einer CNC Bearbeitung sowieso nicht dran vorbei kommen.

    Alles andere wird zu ungenau...... Ich nenne es bei mir "schöner Wohnen"...;)


    Grüße

    Jens

  • Nö! Keine Spur. Bin da ganz bei dir. Ich mache das auch nicht. Habe eine Aluminiumansaugbrücke zur Adaption eines Jaguar-Kompressors auf einem BMW Motor gebaut. Das kommt leicht geglättet - ein paar zu große Unebenheiten - auf den Motor. Da mache ich auch keinen Zauber draus. Andere Nockenwelle und vor allem Ladedruck sind eher so Dinge die richtig den Krieg entscheiden.