W211 E55 Kratstofftank undicht

  • Bei meinem E55 (S211) riecht es stark nach Kraftstoff wenn man voll tankt. Wenn bis 10l fehlen ist es kaum noch bemerkbar. Der Geruch ist vor allem in Innenraum sowie am Hinterrad auf der Fahrerseite (links).

    Beim öffnen der Deckel unter der Rücksitzbank waren mir schon Laufspuren am Tank aufgefallen, die mich drauf schließen ließen dass ein Leck wie auch bei anderen E55 vom Entlüftungsanschluss in der Mitte Oben kommen könnte.

    Da dieser Anschluss nicht erreichbar ist und auch beim Absenken des Tanks unter dem Auto nichts festzustellen war, habe ich mir die Arbeit gemacht den Tank auszubauen.

    Natürlich ist mir beim Auseinandernehmen dann der Stutzen an der Filtereinheit gerissen, sodass ich dort auch noch Hand anlegen musste.

    Als alles wieder zusammen war habe ich meine Lecksuch-Nebelmaschine angeschlossen und musste leider feststellen dass der Tank immer noch undicht ist.

    Und zwar sitzt das Leck genau mittig unter dem Anschluss, also der denkbar schwierigste Punkt um so etwas irgendwie wieder dicht zu bekommen.

    Ich hab mir dann gleich mal mit Wasser auch den Laufweg simuliert und konnte auch gleich feststellen dass es genau in die Mulde der Filtereinheit läuft, meine erste Vermutung mit den Laufspuren war also damit bestätigt.

    Der Tank besteht aus HDPE (High-Density-Polyethylen), der Anschluss für die Entlüftung besteht aus POM (Polyoxymethylen / Polyacetal), er ist wohl bei der Herstellung über einen mechanischen Formschluss aufgesetzt worden. Eventuell müsste ich mal ins Innere des Tanks schauen um zu sehen wie das gemacht wurde. Eventuell wurde der Anschluss aber auch mit einem HDPE Ring hergestellt und dann mit Hitze in den HDPE Tank eingeschweißt. Zumindest die Beschriftung könnte ein Hinweis darauf sein, wieso sonst würde dort HDPE drauf stehen?

    Ich habe mir schon ein paar 2k Epoxy Kleber angeschaut, da slobo ja erfolgreich damit den Anschluss wieder dicht bekommen hat. RE: Benzingeruch im Auto Cls 55

    Ich muss jedoch feststellen dass die meisten 2k Epoxy Kleber weder für HDPE noch für POM geeignet sind.

    Ebenso kann ich mir nicht richtig vorstellen wie ich diese Stelle anschleifen könnte.

    Ich habe gelesen dass man HDPE und POM zuerst mit einem Primer aufbrechen muss und anschließend erst verkleben kann. Es gibt wohl auch speziale Kleber für diese Kunststoffe. Ich stelle mir das aber irgendwie schwierig vor das dann auch richtig dicht zu bekommen.

    slobo, kannst du dich noch erinnern was da genau verwendet wurde, war das Leck an der gleichen Stelle?

  • Bei JB Weld ist es ähnlich, das ist eigentlich nicht geeignet für glatte harte Kunststoffe wie POM und HDPE, es perlt dort einfach ab.

    Wahrscheinlich hält das UHU Plus Endfest 2k Epoxy auch nur weil es in einer Kreis-passform sich am POM Anschluss festhält.

    Es gibt auch andere Kleber geeignet für HDPE, zum Beispiel 3M DP8005, allerdings sind die oft nicht kraftstofffest.


    Am meisten ärgerlich ist aber die absolut schlecht erreichbare Stelle des Lecks, direkt unter dem Anschluss.

  • Hier noch der Betrag mit den meisten Informationen zum Kleben von slobo: S204 C63 Vormopf stinkt nach dem Volltanken nach Benzin

    Ich gehe mal davon aus dass das UHU Endfest 2k Epoxy Kleber war.

    Genau der war es. Wir haben es von oben mit Schleifpapier etwas angeschliffen und somit angeraut, damit der Kleber gut hält. Den Spalt zwischen dem gelben Teil und dem Tank haben wir mit deinem Dremel nur ganz fein geweitet, damit da auch etwas rein kommt. Wenn du zwei schichten Machst, dann wird sich das so gut mit dem Tank und allem verbinden, da hast für immer Ruhe.. 😉👍🏻

    Du darfst da keine Wissenschaft daraus machen. Zwei drei Schichten von dem Zeug und zieh es die Mulde hoch, falls du bedenken hast. Wenn der Tank etwas angeraut ist, hält das brutal fest. Glaub mit. ;)

  • Du darfst da keine Wissenschaft daraus machen. Zwei drei Schichten von dem Zeug und zieh es die Mulde hoch, falls du bedenken hast. Wenn der Tank etwas angeraut ist, hält das brutal fest. Glaub mit. ;)

    Challenge accepted :D

    Also ja, dass Epoxy 2k nicht auf HDPE hält hatte ich ja schon herausgefunden, aber der Wissenschaft zu gute habe ich dann doch ein paar Proben gemacht, auch um zu sehen wie fest und hart es wird.

    Also Klebeproben an einer PP Schüssel sowie an angerauten und sauber gereinigten HDPE Tank.

    UHU Plus Endfest 2k Epoxy , JB Weld und Pattex 2k Epoxy Glue.

    24h Trockenzeit und dann hab ich halt an den Kupferadern gezogen. Wie zu erwarten, richtig halt-fest war nichts. JB Weld war am hartnäckigsten, allerdings auch steinhart.

    Abschließend hab ich dann noch ein paar ausgetrocknete Proben ins Benzin gelegt. In der PP Schüssel, was ja auch flexibler Kunststoff ist hat das zwar noch nicht zum Auflösen der Kleber geführt, aber recht schnell ohne wirkliche Zugkraft zum Abtrennen der Klebeverbindung.

  • Fazit meines Versuchs:

    Ich hätte wohl auch noch auf dem Anschluss aus POM testen sollen, denn das ist zumindest nicht so flexibel wie der HDPE Tank.

    Nun ja, was will ich mit dem Kleben erreichen? Ja dass der Tank wieder dicht ist, da es ja weder einen Neuen, noch einen Gebrauchten gibt.

    Der Tank ist ja noch etwas flexibel und das Ganze wird sich auch bei 80l Benzin immer ein wenig bewegen. Ich möchte also kein Klebstoff der zu hart wird. Ebenso soll der Klebstoff möglichst flüssig sein um in das Leck ordentlich einzudringen.

    Pattex ist zwar sehr flüssig aber härtet sehr schnell aus und kristallisiert schnell, dazu auch steinhart, also ungünstig.
    JB Weld klebte zwar am Besten am HDPE, ist aber eher zähflüssig und wird ebenso steinhart.
    Also bleibt es beim UHU, was zwar mehr als 90 Minuten brauch zum auszuhärten, sich dafür aber richtig gut in alle Ecken verteilen lies. Dazu wird es auch nicht steinhart, was besser zum Tank passt.

    Also, wie von slobo empfohlen angeraut und mit dem Dremel wo man nicht so gut rankommt ein wenig Haftfläche erarbeitet. Zum Auftragen hab ich mir kleine Spachteln gebaut um besser den Kleber ins Leck einzudrücken.

    Wichtig: Ich habe den Tank leicht auf Unterdruck gebracht, auch wenn er leer ist, waren immer noch leichte Benzindämpfe zu riechen, welche ich auf keinen Fall mit dem Kleber in Kontakt kommen lassen wollte. Dazu hat das Vakuum wahrscheinlich auch dazu geführt dass der Kleber besser ins Leck eindringen konnte.

    Wie zu sehen habe ich den Anschluss ganz mit der ersten Schicht umklebt, sodass sich der Kleber an dem Teil was am formbeständigsten ist, festhalten kann.

    Nach 12h Eintrocknen wieder Anschleifen und eine zweite Schicht um noch einmal besser an den Tank zu verbinden.

    Heute Abend, nach dann über 30h Trockenzeit werde ich anfangen den Tank wieder vorsichtig einzubauen. Ab der ersten Klebeschicht habe ich zur Kontrolle zwar immer wieder Vakuum gezogen, der Unterdruck ist aber auch an den Tagen danach noch vorhanden gewesen, das lässt ja mal hoffen dass ich ähnlichen Erfolg wie slobo erwarten kann. ;)

  • Eigentlich gehts ja weniger um den Tank und viel mehr darum, dass es den kleinen Spalt füllt. Ich hatte damals nur aus Sicherheit alles so grosszügig eingeschmiert.. weil ich mir sagte.. viel hilft viel. Den gelben Teil hatte ich auch angeschliffen. Der Zugkrafttest ist ja an dieser Stelle nicht so aussagekräftig. Aber ja, man bekommt einen Eindruck um was es sich für Klebstoff handelt.