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Da das hier noch nicht lang genug ist.
Warum nehmt Ihr ein 0w-40. In unseren Breiten bringt das nur Nachteile mit sich. Mal wieder eine stark vereinfachte Darstellung.
Ein Öl besteht aus verschiedenen dünnen Grundölen und wird durch Polymere auf seine Zielheißviskosität verdickt. Das ist soweit noch kein Problem, wenn sich jedoch zwei Oberflächen mit hoher Geschwindigkeit gegeneinander bewegen, man spricht von Sheer, dann verlieren diese Polymere ganz oder teilweise Ihre Funktion. Je höher das Öl belastet wird desto stärker ist dieser Effekt und manche Polymere werden auch zerschert und das Öl wird dünner. Vorallem Motorradmotoren zu beobachten ist aber auch bei Automotoren je nach Konstruktion ein Problem.
Diese Belastung tritt vorallem an Stellen auf an denen man gerade verstärkt Verschleiß verhindern will, an den Kurbelwellenlagern, den Kolbenringen, den Nockenwellen.
Hat man nun eine geringere Spreizung, hat man ein stabileres Grundöl und man sollte sich von dem Gedanken losreißen, dass Viskosität=Qualität ist. Das ist ein Kind des Marketing.
So kalt wird es bei uns nicht. Ein 10w muss bis mindestens -30°C pumpbar sein. Da Flüssigkeiten nicht komprimierbar sind gibt es da, solange das Überdruckventil nicht öffnet auch keinen nennenswerten Unterschied in der Durchölungszeit. Diesen in unseren Breiten minimalen Vorteil erkauft man sich mit einem Sack voll Nachteile.
Jetzt werden viele mit den Augen drehen, aber ich fahre in meinen Fahrzeugen überwiegend 10w40 und habe damit in Analysen meist mit Abstand die niedrigsten Werte. Natürlich gibt es in dem Bereich auch viel Mist auf dem Markt da das in den Köpfen die Brot und Butter Klasse ist, genauso gibt es da aber auch wirkliche Kracher.
Natürlich, wenn der Motor daraufhin konstruiert wurde ist auch ein 0w8(auch eine neue Erfindung) kein Problem. Honda hat mittlerweile ein 0w8 im Programm und die Mazda Skyactive Motoren liefern auf 0w20 traumhaft gute Werte. Dafür müssen aber die Lagerspiele sehr gering sein, ebenso die Öberflachenrauhigkeit. Genauso müssen die Fertigungstoleranzen sehr gering sein, damit das ganze in der Breite haltbar ist. Sowas ist nunmal teuer.
VW verwendet mittlerweile auch ein 0w20 nach VW508/509 und die neuen Motoren die daraufhin umkonstruiert wurden laufen damit auch erstaunlich gut. Die Papierform hat sich nicht verändert, davon nicht täuschen lassen, aber die Analysen zeigen es.
Zuvor waren die auf 5w30 sehr mittelmäßig und nun auf 0w20 mit den neuen Lagern sehr gut.
Ich finde die Erfahrungen mit 10W40 gar nicht mal so uninteressant.
Wenn ich mir die Diagramme anschaue (und ich bin trotz Studium absoluter Laie, was das angeht), sollte deinen Worten folgend ein gutes 15W40 in einem 55K (Freigabe ab Werk für 0W40) auch funktionieren. Wenn ich den Motor nun deutlich in der Leistung anhebe, macht ein xW50 oder xW60 (X= variabel und kann zB 10 oder 15 sein). unter Umständen mehr Sinn, als ein 0W40.
Liege ich damit einigermaßen richtig?
Endlich wieder eine Öldiskussion! ![]()
Wollen wir das Thema in einen separaten Thread packen?